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Bürgerinformationsveranstaltung 6. März 2012

Rund 130 Bürgerinnen und Bürger nahmen das Angebot am 6. März 2012 wahr, sich in der Festhalle über den aktuellen Stand zum Nahwärmenetz zu informieren.

Die Bürgermeisterin Monique Adrian gab zur Einführung einen kurzen Rückblick über die Entstehung des Projektes vom Beginn des Ingenieurwettbewerbs „Energiekonzeption Dotternhausen“ im Juni 2008 bis zum aktuellen Konzept des Eigenbetriebs Nahwärme. Sie berichtete, dass der Bau eines Nahwärmenetzes ausgehend vom bestehenden Biomassekraftwerk im Großen Acker als optimales Konzept aus dem Wettbewerb hervorging. Dieses Konzept stehe nun in einem ersten Bauabschnitt zur Umsetzung an. Der Bau und Betrieb des Netzes sei als Eigenbetrieb der Gemeinde geplant. Dieser belaste den Gemeindehaushalt nicht, da er sich selbst finanzieren müsse. Da der Eigenbetrieb die gesamte Infrastruktur halte und auch für die Wärme garantiere, bietet das nun gewählte Betriebskonzept für die Kunden eine große Sicherheit. Die Wärmelieferung werde vom Eigenbetrieb über einen Ölkessel gesichert, der die gesamte Wärme abdecken kann. Die Bürgermeisterin warb für den Anschluss an das Nahwärmenetz und betonte, dass der Wärmepreis günstiger wird, je mehr Gebäude an das Netz angeschlossen werden können.

Herr Jörg Dürr-Pucher von der Clean-Energy GmbH, die von der Gemeinde mit der Projektentwicklung beauftragt wurde, berichtete von erfolgreichen Nahwärmeprojekten in Süddeutschland und den Erfahrungen im Aufbau der Netze. Er hob die Vorteile der Nahwärme für die Region, die Kommune, die Bürger und die Umwelt hervor. So bleibe die Wertschöpfung in der Region, alle Nutzer können dauerhaft mit günstigen Energiekosten kalkulieren und bekämen ein modernes Heizsystem. Außerdem mache man sich unabhängig vom Öl- und Gaspreis und leiste einen großen Beitrag zum Klimaschutz, da die Wärmeversorgung nahezu CO2- neutral erfolge. Herr Dürr-Pucher berichtete über die 144 Hausbesuche zur Ermittlung des tatsächlichen Wärmebedarfs in den Privatgebäuden. Von den Hauseigentümern hätten sich bereits 84 für den Anschluss an das Netz ausgesprochen, das entspreche einer Anschlussquote von 60%. Zur Realisierung des Netzes stellte Herr Dürr-Pucher den Anschluss eines Teils der Nahwärmekunden bis Ende 2012 in Aussicht. Der endgültige Zeitplan könne jedoch erst erstellt und veröffentlicht werden, sobald die Kunden feststehen und die Netzplanung im Detail ausgearbeitet sei.

Anschließend stellte Herr Dipl.-Ing. Helmut Böhnisch von der Klimaschutzagentur Baden-Württemberg die Ergebnisse der Wirtschaftlichkeitsanalyse zur Nahwärmeversorgung in Dotternhausen vor. Er erklärte, dass die zentralen Punkte für das Gutachten die von Juwi zu liefernde jährliche Wärmemenge, die Höchstleistung und die Verteilung der Menge übers Jahr, sowie die technischen Anlagen für die Wärmeübergabe, der gesamte Wärmebedarf im Versorgungsgebiet und die Anschlussquote seien. In dem Gutachten habe er diese Aspekte unter verschiedenen Annahmen geprüft. So wurden unterschiedliche Wärmelieferszenarien (Juwi) untersucht und auch die Wirtschaftlichkeit für eine schnelle Entwicklung des Netzes (Anschluss 80 Gebäude im ersten Jahr) und für eine langsamere Entwicklung (Anschluss 60 Gebäude im ersten Jahr) berechnet.  Vor der Vorstellung des Ergebnisses hob er noch hervor, dass aufgrund der Gemeindestruktur recht lange Leitungstrassen erforderlich seien, so dass pro Gebäude im Schnitt 39,5 m Leitungen verlegt werden müssen. Insgesamt seien Investitionen für Leitungen, Technik und Hausanschlüsse in Höhe von rund 3 Mio Euro erforderlich. Herr Böhnisch stellte die Berechnungen für die verschiedenen Szenarien vor, daraus ergaben sich kostendeckende Wärmelieferpreise von 11,2 bis 13,0 Cent je KWh für die verschiedenen Szenarien. Im Vollkostenvergleich zwischen der Nahwärme und einer neuen Ölheizung kombiniert mit Solarthermie stehe auch im ungünstigsten Szenario die Nahwärme günstiger als die Ölheizung (bei einen Ölpreis von 0,74 €/l netto). Schließlich empfahl Herr Böhnisch der Gemeinde die Nahwärme unbedingt weiter zu verfolgen. Allerdings seien die Wärmelieferung und die technischen Anlagen noch zu optimieren. Insgesamt seien für die Wirtschaftlichkeit die Wärmeabnahme und somit auch die Anschlussquote maßgebend, deshalb muss das Ziel sein, viele Kunden zu gewinnen.

Zum Ende der Veranstaltung kündigte Herr Dürr-Pucher noch an, dass mit den Interessenten an der Trasse im ersten Bauabschnitt in den nächsten Wochen Vorverträge abgeschlossen werden sollten. Damit erklären die Interessenten verbindlich den Anschluss ans Nahwärmenetz, sofern das Nahwärmenetz bis an das Gebäude geführt wird. Der Vorvertrag enthalte ein Preismodell ohne Anschlussbeitrag. Die Wärmelieferung sieht einen jährlichen Grundpreis von 240 € und einen Wärmelieferpreis von maximal 12 Cent je KWh vor. Herr Dürr-Pucher ergänzte noch, dass der Wärmelieferpreis bei steigenden Anschlusszahlen günstiger wird. So sei es im Interesse aller, dass möglichst viele Haushalte sich an das Nahwärmenetz anschließen.

An die Vorträge schloss sich noch eine Fragerunde an und auch nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung standen die Fachleute noch für Fragen der Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Noch am selben Abend meldeten zehn weitere Gebäudeeigentümer Interesse am Anschluss an das Netz an.

Die Präsentationen können Sie hier nachlesen:
einfuehrung_info_veranstaltung_6.03.2012
gutachten_klimaschutzagentur_baden-wuerttemberg
praesentation_clean-energy 
 
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